Die Weihnachtstage sind vorbei und ich kann zusammenfassen, ich habe mich öfter nicht an meine neue Ernährungsweise gehalten. Mir war das im Prinzip vorher klar und daher habe ich mich da auch nicht gestresst. Allerdings merkte ich meine “Verstöße” auch sofort am allgemeinen Wohlbefinden. Das hat die letzten Tage doch gelitten.

Deshalb habe ich mich direkt nach den Feiertagen mal hingesetzt und überlegt, wo denn die letzten Tage die größten Versuchungen lagen. Und da bin ich ganz klar auf meinen größten Feind gestoßen: Den Zucker!

Es gab Kekse, Kuchen, leckere Desserts und ja.. aber und zu auch einen Glühwein und eine Feuerzangenbowle. Ich hatte nur wenig Probleme Nudeln oder Brötchen links liegen zu lassen, aber der Süßkram hat sich mir regelrecht in den Weg geworfen.

Und da dachte ich mir, wenn ich meinen “Feind” jetzt ausgemacht habe, will ich ihn auch besser kennen und verstehen lernen. WARUM sollte ich keinen Zucker essen? WARUM ist Zucker schlecht für mich? WARUM fühle ich mich so zu Zucker hingezogen und später dann schlecht?

Bei meinen Recherchen bin ich auf das Hörbuch “Die bittere Wahrheit über Zucker” vom amerikanischen Kinderarzt und Professor für Neuroendokrinologie (Spezialist für Hormon- und Nervensystem und Adipositas-Forscher) Professor Dr. Robert Lustig gestoßen.

Wenn mir einer sagen kann, was Zucker mit meinem Körper macht, dann er!

Und jetzt folgt eine Warnung an alle, die gerne Süßes essen: Wenn Du den Süßkram in Zukunft noch regelmäßig genießen willst, lies bitte nicht weiter!


Hier die kurze Zusammenfassung: Zucker ist giftig, macht abhängig und krank.

Bäm! Das ist erstmal eine starke These. Ich meine, das Zucker jetzt nicht das beste für unseren Körper ist, ist glaube ich jedem irgendwie klar. Dr. Lustig erklärt aber sehr detailliert, verständlich und seriös, woher seine Behauptungen stammen.

Zucker funktioniert im Körper tatsächlich wie eine Droge. Nehmen wir als Vergleich mal das Rauchen: Jeder Raucher weiß, dass das Rauchen den Körper schädigt. Rauchen rauchen dennoch munter weiter, denn im Körper wird beim Rauchen das Belohnungszentrum aktiviert. Der Körper sagt uns: Hey, das hast du gut gemacht! Und wenn nicht geraucht wird: “Hey, du könntest dich mal wieder belohnen!”. Man ist süchtig danach,

Und genauso funktioniert auch Zucker! Auch der Verzehr von Zucker aktiviert das Belohnungszentrum und macht uns somit praktisch süchtig.


Aber wieso schadet Zucker uns eigentlich?


Ich möchte dir gerne die genaue wissenschaftliche Begründung ersparen und fasse die Erkenntnisse mal kurz zusammen: Zucker lässt uns mehr essen, als wir eigentlich wollen/brauchen, zu viel Zucker für zu Insulinresistenz und vor allem: Zucker schädigt die Leber! Durch zu viel Zucker verfettet nämlich die Leber.

Dr. Lustig erläutert auch, das evolutionär gesehen die Verstoffwechselung beim Menschen zwei Wege kennt: Die Jäger und die Sammler. Die Jäger essen viel Fleisch, also Protein und Fette. Die Sammler hingegen ernähren sich von Früchten und Gemüse, also vorwiegend aus Kohlenhydraten.

Beide Arten kann der Körper sehr gut verstoffwechseln. Das eigentliche Problem entsteht erst, wenn die beiden Arten gemischt werden! Also Fette und Kohlenhydrate gemischt. Dafür ist der Körper eigentlich nicht ausgelegt und daher reagiert er zum Beispiel dadurch, dass zu viel Bauchfett angesetzt wird und/oder die Leber verfettet.

Natürliche Lebensmittel haben in der Regel nämlich auch nur entweder Kohlenhydrate, oder Fette. Wenn das jeweils andere auch darin vorkommt, dann nur in einem sehr geringen Maße.

Es gibt nur ein Lebensmittel, dass der Körper immer auf beide Arten verstoffwechseln muss, also womit der Körper immer Probleme hat: Zucker! Zucker wird im Körper aufgespalten und der eine Teil wird über den Kohlenhydrat-Weg verstoffwechselt, der andere Teil über den Fett-Weg. Und da das zu Problemen führt, ist Zucker tatsächlich giftig für den Körper.


Wo steckt Zucker überall drin?


Ich bin jetzt tatsächlich hochmotiviert, in meiner Ernährung auf zugesetzten Zucker zu verzichten! Das ist nämlich der wichtige Punkt: “Zugesetzter” Zucker. Dr. Lustig erklärt nämlich, dass z.B. der natürliche Zucker in frischem Obst dem Körper nicht schadet, da das Obst an sich wichtige Ballaststoffe mitbringt, die die schädliche Wirkung von Zucker aufheben. Das funktioniert allerdings nur bei unverarbeiteten Früchten. Bei Smoothies und Säften gilt das nämlich nicht mehr!!

Deshalb stehe ich jetzt im Supermarkt öfter vor den Regalen und lese mir die Zutatenliste durch. Und ganz ehrlich.. ich bin schockiert, wo die Industrie überall Zucker hinzufügt!

Wir haben eine Bio-Gemüsebrühe im Schrank stehen. Die zweite Hauptzutat nach Meersalz ist Zucker. Die Fleischwurst im Kühlschrank enthält zugesetzten Traubenzucker. Ich esse gerne zwischendurch als Snack mal eine luftgetrocknete Salami: Traubenzucker! Frikadellen, Fertig-Salate, Fertig-Fisch, eingelegte Oliven, Frischkäse oder TK-Gemüse sind nur einige Beispiele. Sogar einfacher Joghurt natur aus dem Supermarkt enthält zum Teil zugesetzten Zucker.   

Wichtig dabei ist es, nicht unbedingt nur auf die Nährwerttabelle zu schauen. Denn dort ist auch der natürliche Zucker aufgelistet. Wichtig ist der Blick auf die Zutatenliste: Zucker, Rohrzucker, Traubenzucker, Glukose, Glukosesirup, Dextrose, Saccharose… es gibt zig Namen für die verschiedenen Zuckerarten.

Perfide wird es dann, wenn der Hersteller den echten Anteil an Zucker versteckt, in dem er die einzelnen Arten separat auflistet. Man liest eine Zutatenliste und denkt sich, Zucker steht ja ganz weit hinten, also ist auch wenig drin. Dann entdeckt man aber noch Glukose und Dextrose. Und wenn man die Mengen mal zu “Zucker” zusammenrechnet, würde es in der Reihenfolge deutlich weiter vorne stehen.

Wieso macht die Industrie das?


Es schmeckt dem Kunden! Denn das Belohnungszentrum wird aktiviert. Und wie es bei anderen Drogen ist, so ist es auch beim Zucker. Irgendwann reicht die “normale Dosis” nicht mehr aus, um sich gut zu fühlen. Man braucht mehr. Generell isst man auch mehr von etwas, wenn Zucker enthalten ist.

Gerade bei fettreduzierten Produkten sollte man genau hinschauen. Denn Fett ist ein Geschmacksträger. Und wenn man reduziert, muss man den Geschmack anderweitig in die Nahrung bringen. Nämlich sehr oft durch Zucker.

Puh, das ist jetzt doch ein längerer Aufsatz geworden, als ich eigentlich geplant hatte. Aber wie man sieht, beschäftigt mich das Thema.

Und das Wissen, dass Zucker im Körper wie eine Droge wirkt, hilft mir ungemein dabei, den Süßkram und Nachtische einfach zu ignorieren. Die Ausrede “ach nur ein kleines Stücken Kuchen” zieht nicht mehr. Klar, die schädliche Wirkung von Zucker braucht vermutlich länger, als bei anderen Drogen, aber DAS eine schädliche Wirkung besteht, ist für mich unbestritten.

Ich bin mal gespannt, wie lange sich das bei mir hält und ob ich nicht doch irgendwann sage: Das bisschen Zucker ist doch egal. Garantiert werde ich zu besonderen Anlässen auch mal ein kleines Stückchen Kuchen essen, aber das Wissen um den Zucker wird mir hoffentlichen helfen, das es wirklich nur wenige Male im Jahr vorkommt.

Schaun mer mal!

Und keine Sorge, in Zukunft wird es auch wieder mehr direkte Postings zum Thema Golf geben. Im Winter überwiegt bei mir der Blick auf die Gesundheit und die Fitness, damit ich in der neuen Golfsaison um so mehr angreifen kann. Mit mehr Energie, mehr Kraft und mehr Stabilität.

Und jetzt gehe ich erstmal einen Apfel essen 🙂

In welchen Lebensmitteln habt ihr denn schon mal zugesetzt Zucker gefunden, wo ihr es nicht erwartet habt?

Den Link zum Buch und Hörbuch gibt es hier: