Wie das Baby aus mir einen besseren Golfer gemacht hat

Ich erinnere mich noch sehr deutlich an die Kommentare kurz nach der Geburt: „Na dann kannst du ja jetzt deine Schläger in den Keller stellen. Mit Baby spielst du eh kein Golf mehr“.

„Wenn die wüssten!“ Dachte ich mir. „Wenn die wüssten wie voll so ein Keller plötzlich mit Babysachen ist.“ Da wäre garkein Platz mehr für meine Schläger. Aber das kommt für mich sowieso nicht in Frage, sagte ich mir. Schließlich habe ich ja auch ein paar Wochen Elternzeit. Da wird sich schon auch noch Zeit zum Golfen finden.

Man war ich naiv! Mittlerweile ist mein kleiner Birdiebär neun Monate alt und ich um etliche Erfahrungen reicher. Die Elternzeit ist nämlich keineswegs eine ELTERNzeit, sondern eine reine Babyzeit. Golf? Was ist Golf? Kann man dabei schlafen? Spoiler vorweg… man kann!

Die ersten Wochen und Monate waren wirklich extrem anstrengend. Spannend und schön ohne Zweifel, aber eben auch sehr anstrengend. Ich erinnere mich noch an meine erste 18 Loch-Runde ca. 2-3 Wochen nach der Geburt. Es war unsere Clubmeisterschaft und ich habe dafür Ausgang bekommen (Yaaay!). Ich kann euch sagen, ich habe mich gefühlt wie der letzte Anfänger auf dem Platz. Der Schwung unrund, kraftlos und ohne jede Körperspannung. Ich schlafwandelte nur so über den Platz. Dementsprechend fiel dann auch die Scorekarte aus. Aber wisst ihr was? Es war mir auf der Clubterrasse völlig egal! Hauptsächlich allerdings, weil ich augenblicklich in einen tiefen Schlaf mit offenen Augen verfallen bin.

Aber so nach und nach habe ich für mich auch sehr positive Seiten für das Golfen entdeckt. Dass das Leben mit Kind das Schönste auf der Welt ist, brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen.

Das Baby als Erfolgfaktor beim Golfen

 

Natürlich gibt es golferische gesehen einige Nach… oder sagen wir besser Herausforderungen:

  • Man spielt die Bahnen des Heimatclubs nicht mehr wie im Schlaf… sondern IM Schlaf.
  • Man findet deutlich weniger Zeit zum Trainieren und Spielen.
  • Ausgeschlafen zum Turnier fahren wird sobald nicht mehr vorkommen.
  • Wenn man auf dem Platz einen Baby-Hasen sieht, fängt man spontan an zu jauchzen und kriegt feuchte Augen.
  • Deine Mitspieler können keine Baby-Geschichten mehr hören.

Aber ich habe für mich auch viele tolle Punkte gefunden, die mir tatsächlich beim Golfspielen helfen:

  • Die wenigen Male, die man trainieren geht, trainiert man fokussierter und gezielter. Schluss mit bloßem Bälle kloppen.
  • Man macht sich schon Zuhause einen Plan, was man trainieren möchte/sollte, um die Zeit optimal nutzen können.
  • Die Motivation beim Training ist extrem hoch.
  • Je schwerer die Babies werden, desto trainierter werden die eigenen Arme.
  • Mit Baby-Sabber kriegt man Golfbälle wunderbar sauber! (Ist ein Scherz 😉 )
  • Das Beste: Man nimmt das Spiel nicht mehr ganz so ernst und lernt es dadurch richtig zu genießen. Denn egal wie gut oder schlecht man spielt, es wartet immer jemand Zuhause, der einen freudestrahlend in Empfang nimmt, sobald man zur Tür reinkommt.

Daher bin ich davon überzeugt, das mein Baby mich zu einem besseren Golfer macht!

Bleiben aber noch drei abschließende Fragen zu klären:

  1. Mit wieviel Jahren kann ich mein Bärchen eigentlich zum Golftraining anmelden?
  2. Hat Jemand einen Kontakt zu Taylormade? Schließlich läuft der 120 Millionen Vertrag von Rory doch in 10 Jahren aus. Bis dahin spielt mein Kleiner garantiert schon Golf 🙂
  3. Wer hilft mir beim Keller aufräumen??

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